Delisle, französische Familie mit Historikern, Geographen und Astronomen:
Der Vater:
Claude, *1644 in Vaucouleurs (Lothringen), †1720 in Paris. Historiker. Er lernte das Zeichnen von Karten bei Nicolas Sanson d.Ä., gab Geschichtswerke mit Karten und einen historischen Atlas heraus. Seine vier Söhne unterrichtete er in Geschichte.
Die Söhne:
Guillaume, *1675 in Paris, †1726 in Paris. Er studierte bei Gian Cassini (I) und wertete astronomische Ortsbestimmungen für seine Karten aus. 1702 wurde er Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften und erhielt den Titel eines königlichen Geographen. Im Auftrag Peters des Großen fertigte er eine große Karte des Kaspischen Meeres an.
Simon-Claude, Historiker.
Joseph-Nicolas, *1688 in Paris, †1768 in Paris. Professor der Astronomie und Mitglied der Akademie in Paris. Lehrer von Lalande und Messier. 1725 Übersiedlung nach Rußland, Begründer der astronomischen Schule in Petersburg. 1740 Beobachtung des Merkurdurchganges vor der Sonnenscheibe in Sibirien. Er behandelte in Petersburg nicht nur astronomische Probleme, sondern beschäftigte sich auch mit physikalischen und geographischen Fragen. 1747 kehrt er mit Landkarten wieder nach Paris zurück.
Louis, *1690, †1741 in Awatschabai. Nach einem von der mütterlichen Seite angenommenen Beinamen De la Croyère genannt. Er studierte Astronomie und wurde wie seine Brüder 1725 Mitglied der Pariser Akademie. Er bereiste Rußland, um dort die Lage mehrerer Standpunkte astronomisch zu bestimmen, ebenso im Gouvernement Archangelsk und Sibirien bis Kamtschatka. Dann begleitete er Bering 1741 auf seiner Fahrt von Kamtschatka nach Amerika. Er starb aber im gleichen Jahr, als er eben von Amerika zurück gekommen war, in Awatschabai.
LiteraturMeyers Konversations-Lexikon, Bd. 5, S. 89-90, Leipzig, 1875.