Alfvén
Alfvén, Hannes, *1908 in Norrköping, Schweden, †1995 in Djursholm, Schweden. Zum Studium ging Alfvén an die Universität nach Uppsala. Noch als Student, 1933, entwickelte er eine Theorie über den Ursprung der kosmischen Strahlung. 1934 promovierte er. Dann bekam er 1940 einen Ruf nach Stockholm zum Königlichen Institut für Technologie als Professor für elektromagnetische Theorie und elektrische Vermessungen. Durch seine energische Aktivität entstanden neue Professorenstellen und Institute. 1990 wurden die Institute, die über Alfvéns Gebiete arbeiteten, zusammengefaßt als "Alfvén Laboratorium". Alfvén übernahm 1967 eine Professur an der Universität von San Diego, California, aber nur im Winter. Von den Frühjahrs- bis zu den Herbst-Äquinoktien war er in Stockholm am Königlichen Institut. Hier entfaltete er eine sehr aktive wissenschaftliche Tätigkeit und pflegte vor allem den Austausch mit seinen Kollegen. Dies behielt er auch noch lange nach seiner Emeritierung bei. Alfvéns bekannteste Entdeckung sind wohl die "Alfvén-Wellen" 1942. Aber erst nach einem Seminar, das er 1948 an der Universität in Chicago hielt, kam für seine Wellen der Durchbruch. Auch Enrico Fermi (1901-1954) wurde von der neuen Wellenart überzeugt. Zusammen mit dem Franzosen Louis Néel (1904-2000) empfing Alfvén 1970 den Nobelpreis für Physik für seine Beiträge und fundamentalen Entdeckungen in Magnetohydrodynamik und ihren fruchtbaren Anwendungen in verschiedenen Bereichen der Plasmaphysik. 1988 erhielt er die William Bowie Medaille, die höchste Auszeichnung der Amerikanischen Geophysikalischen Union.


Schriften

Theory of Magnetic Storms, 1939/40.

Cosmical Electrodynamics, London, 1950.

Cosmical Electrodynamics, gemeinsam mit Carl-Gunne Fälthammar, 2. Auflage, Oxford 1963.

Discussion of the Origin of the Terrestrial and Solar Magnetic Fields. Tellus, 2, 74-82, 1950.

On the Origin of Cosmic Magnetic Fields. Astrophys. J., 133, 1049-1054, 1958.

Atome, Mensch, Universum, dt. 1971.

Kosmologie und Antimaterie, dt. 1967.

Note on the Auroral Oval, J. Geophys. Res., 72, 3503, 1967.

Johannesson, Olaf (Pseudonym), Saga vom großen Computer, 1966.




Literatur

Fälthammar, Carl Gunn:, Hannes Alfvén. Physics Today., Sept. 1995.

G.P.: Verhalten der Gase. Zum Tode des Physikers Hannes Alfvén, FAZ, 6. 4. 1995.

„Hannes Alfvén (1908 - 1995)", EOS Bd. 76, 1995.

„Les Prix Nobel en 1970". Stockholm, 1971.

Cowling, T. G.: Magnetohydrodynamics. London, 1957.

Thompson, W. B.: An Introduction to Plasma Physics. London, 1964.