Benndorf

Benndorf, Hans, * 1870 in Zürich, † 1953 in Graz. Er studierte in Wien bei Stefan, Boltzmann und Franz Exner. Als Exners Assistent machte er 1898 luftelektrische Messungen in Sibirien. Dabei widerlegte er die Verdunstungstheorie Exners. Er habilitierte sich in Wien und ging 1904 nach Graz. An der dortigen Universität war er von 1910-1936 Professor für Physik. Sein Hauptarbeitsgebiet blieb die Luftelektrizität. Er hatte enge Verbindung zu V. F. Hess und V. Conrad. Als Alfred Wegener 1924 nach Graz kam, entwickelte sich auch zwischen ihm und Benndorf ein enger wissenschaftlicher und menschlicher Kontakt. 1931 schrieb Benndorf für Gerlands Beiträge der Geophysik den Nachruf auf Wegener.

Mit seinen beiden Arbeiten, 1906 und 1907, leistete Benndorf einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Seismologie in der Anfangsphase. Wiechert bezog sich in seiner ersten Arbeit über Erdbebenwellen ausdrücklich auf ihn. Wiechert führte 1910 auch den Namen "Benndorfscher Satz" für die Beziehung zwischen dem Emergenzwinkel eines Erdbebenstrahls beim Auftauchen und der Geschwindigkeit im Scheitelpunkt ein.


Literatur

Schweidler, E. v.: Hans Benndorf zum 70. Geburtstag, Gerlands Beiträge 57, 1941.

Israel, W. und Toperczer, Max: Nachruf., Arch. Met. Geophys. Bioklimatologie, 6, 1953