Berkner

Berkner, Lloyd V., * 1905 in Milwaukee, Wisconsin, † 1967 in Washington, D.C. Seine Kindheit verbrachte er in Sleepy Eye, Minnesota und studierte an der Universität von Minnesota, beschloß das Studium 1927 als Elektroingenieur. Er trat dann in die U.S. Navy ein, um Pilot zu werden. 1928-1930 nahm er als Funker und Pilot an der Antarktisexpedition von Richard Byrd teil. Danach ging er an das Institut für Erdmagnetismus der Carnegie Institution in Washington. Er arbeitete an der Erforschung der Ionosphäre und identifizierte die F1-Schicht. Im 2. Weltkrieg war er Offizier bei der Kriegsmarine und blieb als Admiral in der Reserve bis zu seiner Emeritierung 1965. Er arbeitete in verschiedenen hohen Positionen im Department of State, 1951 wurde er Präsident der Associated Universitie Incorporated bis 1961. Er gründete und entwickelte das Graduate Research Center for Southwest, das durch seine hohe Qualität Bedeutung erlangte. Von 1955-1958 war er Präsident des International Council of Scientific Unions. Seine Arbeitsgebiete waren: Die Fortpflanzung der Radiowellen, die Struktur der oberen Atmosphäre und die solaren Störungen.

Berkner war es auch, der den Vorschlag zu einem neuen Polarjahr machte. Davon erzählt Van Allen: Sydney Chapman kam in die USA und besuchte dabei das Applied Physics Laboratory. Im Gespräch wünschte Chapman ein Zusammensein mit Lloyd Berkner und Wally Joise. Van Allen rief sofort seine Frau an, um ihr mitzuteilen, sie würde eine Gruppe Wissenschaftler - dazu kamen auch noch Fred Singer und Ernest Vestine - zum Dinner haben. Van Allen fährt fort: Zuerst putzte sie das ganze Haus, bereitete dann ein großartiges Dinner zu, fütterte noch die zwei kleinen Töchter und brachte sie zu Bett, als die Gäste gerade ankamen. Während des Dinners unterhielten sich die Wissenschaftler über Geophysik, insbesondere Erdmagnetismus und Ionosphäre. Als sie nach dem Dinner im Wohnzimmer bei Brandy zusammen saßen, wandte sich Berkner an Chapman: " Sydney, don't you think that it is about time for another international polar year?" Chapman nahm begeistert den Vorschlag auf. Es wurde sofort überlegt, daß 1957-1958 ein guter Termin wäre, nämlich 25 Jahre nach dem 2. Polarjahr. Chapman, Berkner und Vestine erklärten sich bereit, die Strategie für das Vorhaben zu übernehmen. Später wurde Chapman zum Präsidenten und Berkner zum Vizepräsidenten des Internationalen Geophysikalischen Jahres - so hatte Chapman das neue Polarjahr umbenannt - gewählt.

Berkner hat in seinem Leben viele Ehrungen erhalten. Er starb mit 62 Jahren an einem Herzanfall. Auf dem Arlington National Cemetery wurde er beigesetzt.


Literatur

Sullivan, Walter: Angriff auf das Ungekannte. Das Internationale Geophysikalische Jahr, Zürich, 1962.

Nachruf,. Science, 156, 1349 & 1720, 1967.

Green, C. H.: Nachruf. Geophysics, 32, 1107-1108, 1967.

Gillmor, C. S. (Hrsg.): Lloyd Berkner. History of Geophysics, 1, 1984.