BernoulliBernoulli, berühmte Mathematikerfamilie aus der Schweiz. In der Geschichte der Geophysik interessieren Daniel I und Johann I:

Daniel I, * 1700 in Groningen, 1782 in Basel. Nach dem Willen seines Vaters sollte er Kaufmann werden. Zweimal brach er die Lehre eigenmächtig ab. Schließlich durfte er Medizin studieren, aber eigentlich zog es ihn zur Mathematik. 1725 wurde er mit seinem Bruder Nikolaus II zusammen als Mathematiker nach Petersburg berufen, 1727 kam auch Euler dorthin. 1733 kehrte Daniel aus gesundheitlichen Gründen nach Basel zurück und übernahm eine Professur für Anatomie und Botanik. 1750 wurde er Nachfolger seines Vaters auf dessen Lehrstuhl für Physik. Er war einer der ersten Theoretiker der Physik. Sein Hauptwerk ist die 1738 erschienene "Hydrodynamica, sive de viribus et motibus fluidorum commentarii". Darin findet sich seine Deutung des Druckes als Impulsübertragung geradlinig fliegender Partikel auf die Gefäßwände, eine Vorform der später nach ihm benannten Stromfadengleichung. Daniel berechnete auch die Arbeit, welche das menschliche Herz verrichtet. Er verfasste ebenfalls Arbeiten zu magnetischen Instrumenten und über die Gezeiten.

Johann I, * 1667 in Basel, 1748 in Basel. Er lebte mit seinem Bruder Jakob I stets in mathematischer Fehde. Beide waren aber Mitstreiter von Leibniz bei der Einführung der Infinitesimalrechnung und beide waren Gegner Newtons. 1695 wurde Johann Professor in Groningen und 1705 nach dem Tode Jakobs I dessen Nachfolger in Basel. Als auch Leibniz und Newton gestorben waren, galt er als der führende Mathematiker Europas. Seine mathematischen Arbeiten zeichneten sich durch formale Gewandtheit und Eleganz aus. In der Geschichte der Geophysik begegnet er uns als Anhänger der Descartesschen Wirbeltheorie. Das lag noch ganz in der Leibnizschen Tradition. Sein Sohn Daniel I dagegen akzeptierte in der Gezeitentheorie schon das Newtonsche Gravitationsgesetz. Der bedeutendste Schüler Johanns war Leonhard Euler.


Literatur

Fleckenstein, J. O.: Johann und Jakob Bernoulli. Elemente der Mathematik, Beiheft 6, 1949.

Speiser, Andreas: Die Baseler Mathematiker, 117. Neujahrsblatt, hrsg. von der Ges. zur Beförderung des Guten und Gemeinnützigen. Basel, 1939.