BiotBiot, Jean Baptiste, * 1774 in Paris, + 1862 in Paris. 1800 Professor der Physik am Collège de France. Eigens der ersten Mitglieder der Société d'Arcueil. Gemeinsam mit Arago dehnte er die Gradmessung von Méchain und Delambre 1807-1808 im Süden bis zu den Balearen und 1817-1818 im Norden bis zu den Shetland-Inseln aus. 1809 wurde er außerdem Professor der Astronomie. Im Laufe seines Lebens wurde er Mitglied aller drei Pariser Akademien. - Er arbeitete auch über die Geschichte der Naturwissenschaften, insbesondere schrieb er über Newton und über die Astronomie der Ägypter, Inder und Chinesen.

Biots Hauptverdienste für die Physik liegen auf dem Gebiet der Polarisation des Lichtes. Er erfand das Polarimeter und entdeckte die Drehung der Polarisationsebene in Flüssigkeiten und Dämpfen. Doch blieb er bis an sein Lebensende Anhänger der Emissionstheorie des Lichtes, daran zerbrach die Freundschaft mit Arago. Weitere physikalische Arbeitsgebiete waren: Wärmeleitung von Metallen und Magnetfelder elektrischer Ströme (Biot-Savartsches Gesetz). - Auch der Biotit ist nach ihm benannt.

Biots wichtigste geophysikalische Arbeiten befaßten sich mit:

1) Der Geodäsie. Dahin gehört die schon genannte Ausdehnung des französischen Meridianbogens. Dazu kommen aber auch seine Verbesserung des Bordaschen Pendelapparates, Pendelmessungen auf dem 45. Breitengrad (1811) und die Bestimmung der Lotabweichung am Mont Cenis bei Bordeaux (1820 zusammen mit F.Carlini {1783-1862}).

2) Der Ballonaufstieg mit Gay-Lussac. Dieser erste wissenschaftliche Ballonflug macht die beiden Forscher sehr bekannt.

3) Die näherungsweise mathematische Darstellung der Inklination des Erdmagnetfeldes auf der Erdoberfläche [Biot 1804].

4) 1804 untersuchte er einen großen Meteoriten, der im Orne-Department niedergegangen war.