Bouguer, Pierre, * 1698 in Croisic (Bretagne), + 1758 in Paris. Er studierte im Jesuitenkollegium zu Vannes, 1731 wurde er von der Académie des Sciences als Associé Geomètre angestellt, 1735 zusammen mit Godin und La Condamine beauftragt, einen Meridiangrad in Peru (heute Ecuador) zu messen. Er kehrte (alleine) 1744 nach Paris zurück. Danach wurde ihm die Berichtigung der von Cassini II ausgeführten Gradmessung zwischen Paris und Amiens übertragen, deren Resultate 1757 erschienen.
Bouguer war stets mit seinen Arbeiten beschäftigt, immer in Berechnungen vertieft, in seinem Wesen weder fröhlich noch umgänglich. Zwischen ihm und La Condamine herrschte nach dessen Rückkehr 1745 dauernd Streit. Sie verfaßten Denk- und Streitschriften gegen einander.
Als Wissenschaftler wurde Bouguer nicht nur als Geodät (trigonometrische und Pendelmessungen in Ecuador, Lotabweichung, Schwereanomalie) bekannt. Durch seine Untersuchungen über die Intensität des Lichtes wurde er einer der Begründer der Photometrie. 1748 erfand er das Heliometer. Die Meteorologie verdankt ihm Untersuchungen über die Absorption des Sonnenlichtes in der Atmosphäre, die Wärmekraft der Sonnenstrahlen, den Nebenregenbogen, die barometrische Höhenmessung und die Windmessung. Er schrieb eine Navigationskunde und beschäftigte sich mit der Stabilität der Schiffe. In Ecuador untersuchte er auch magnetische Anomalien, die von vulkanischen Gesteinen verursacht wurden.
Schriften
La Figure de la Terre, Paris, 1749.
Literatur
Fouché, J. P. G. de: Éloge de M. Bouger. Histoire de l'Académie Royale des Sciences, S. 127-136. Paris, 1758.
Frisinger, H. Howard: The history of meteorology to 1800. Amer. Meteor. Soc., Hist., Monogr. Ser., S. 75 und 92. New York, 1977.
Lamontagne, Roland: La vie et l'oeuvre de Pierre Bouguer. Montréal-Paris, 1964.
Petersen, N.: Zur Geschichte der Erforschung des Gesteinsmagnetismus, Habilitationsschrift, S. 7-9. München, 1976.