Cook

Cook, James* 1728 in Marton, Yorkshire, † 1779 auf Hawaii. Der Sohn eines schottischen Landarbeiters ging mit 18 Jahren zur See und arbeitete zunächst auf Kohlenfrachtern und Handelsschiffen. 1755 trat er als Matrose in die Royal Navy ein. Seine Freizeit nutzte er dazu, seine nautischen, geographischen und mathematischen Kenntnisse zu verbessern. Auch wurde er ein guter Kartenzeichner. Im Auftrag der Royal Society machte er drei große Forschungsreisen. Diese waren von der Royal Society bis ins einzelne geplant und dienten der Erweiterung des Wissens.

Die erste Reise 1768-1771 machte er mit der Endeavour, einem umgebauten Kohlenfrachter. Die Reise ging zunächst nach Tahiti, um einen Venusdurchgang zu beobachten. Die Rückreise führte nach einer geheimen Instruktion der Royal Society nach Süden zur Erkundung eines vermuteten Südlandes. Dabei sollte die magnetische Deklination laufend gemessen und Mineralproben genommen werden. Unbekannte Länder sollten, wenn es ohne Gewalt möglich war, für seine Majestät den König in Besitz genommen werden. Das Südland wurde nicht gefunden, aber zahlreiche Küsten kartiert, insbesondere die Westküste Australiens.

Die zweite Reise 1772-1775 machte Cook mit zwei Schiffen, Resolution und Adventure. Ziel war erneut die Auffindung des Südlandes. Diese Reise wurde von den Forschern Johann Reinhold Forster und seinem Sohn Georg begleitet. Cook stellte fest, daß die schwimmenden Eisbrocken aus Süßwasser bestanden. Einen nahm er zur Ergänzung des Trinkwasservorrates mit an Bord. Auf dieser Reise sah Cook sechsmal Südlichter. Als südlichsten Punkt erreichte er 71° 10' Süd, fand aber kein Südland. (Die Antarktis blieb noch unentdeckt.) Aus Tahiti brachten sie einen jungen Eingeborenen namens Omai mit nach England. Dort erweckte dieser großes Interesse in der Gesellschaft. Lichtenberg begegnete ihm 1775 in London und schrieb darüber : „Es war mir nicht unangenehm, meine rechte Hand in einer anderen zu sehen, die gerade vom entgegengesetzten Ende der Erde kam."

Auf der dritten Reise 1776-1779 - wieder mit der Resolution - wurde Omai zurückgebracht. Dann wurde der pazifische Ozean von Süden nach Norden erforscht. Es sollte, falls vorhanden, eine Verbindung zum Atlantik, die Nord-West-Passage, gefunden werden. Auf der Rückfahrt wurde Cook auf Hawaii bei einer Auseinandersetzung mit Eingeborenen hinterrücks erstochen. Goethe schrieb am 19. Dezember 1781 an Frau von Stein: „Ich schließe mit Cooks Tod das Buch (Forsters Übersetzung der Reisebeschreibung) und schicke es dir. Es ist eine große Katastrophe eines großen Lebens und schön, daß er so umkam. Ein Mensch, der vergöttert wird, kann nicht länger leben und soll nicht, um seinet- und andrer willen."

Schriften

Cook, Captain James, Entdeckungsfahrten im Pazifik. Die Logbücher der Reisen von 1768- 1779, Bergisch Gladbach, 1979.

Literatur

Eather, Robert H.: Majestic Lights. The Aurora in Science, History and the Arts, S.143-144. Washington D.C., 1980.

Forster, Georg und Lichtenberg, Georg Christoph: Cook, der Entdecker. Schriften über James Cook. Leipzig, 1980.

Gillispie, Charles Coulston (Hrsg.), Dictionary of Scientific Biography, 14 Bde. New York, 1970-1980.

Hennig, Edwin: James Cook. Erschließer der Erde. Stuttgart, 1952.

MacLean, Alistair: Der Traum vom Südland. Aufbruch in die Welt von Morgen. München, 1973.