Darwin, G.H.

Darwin, George Howard, * 1845 in Down (Kent), † 1912 in Cambridge. Er war das fünfte Kind von Charles Darwin. Nach der Schulzeit ging er nach Cambridge zum Trinity College und studierte Naturwissenschaften. Nach dem Abschluß wollte er aber noch nicht in einen wissenschaftlichen Beruf gehen, sondern schloß ein sechsjähriges juristisches Studium an, weil es ihn interessierte. 1874 hat er auch in diesem Fach seinen Abschluß gemacht, aber niemals als Jurist gearbeitet. 1868 wurde er Mitglied des Trinity College. Er arbeitete über mathematische Fragen und veröffentlichte viel. Die Royal Society wählte ihn 1879 zum Mitglied. 1883 wurde er zum Plumian Professor für Astronomie und experimentelle Philosophie gewählt. Über seine Arbeit zum Einfluß der geologischen Änderungen der Rotation der Erdachse kam er zu geophysikalischen Problemen. Lord Kelvin gab dazu Anregungen. So machte er Untersuchungen zur Gezeitenreibung.

Bei den Beobachtungen der Gezeiten mit Hilfe von Pendeln hat ihm sein Bruder, Horace Darwin (1851-1929), fleißig geholfen. Horace war der jüngste Sohn von Charles Darwin. Er war Ingenieur geworden und hatte sich in Cambridge einen Instrumentenbetrieb aufgebaut.

1884 hat George Howard Darwin geheiratet, von seinen vier Kindern wurde das älteste, der Sohn Charles Galton, auch wieder Wissenschaftler.

Schriften

The Tides and Kindred Phenomena in the Solar System. London, 1898.

On the Influence of Geological Changes on the Earth's Axis of Rotation. Phil. Trans. Royal Society, 167A, 271-312, 1876.

Scientific Papers. London, 1907 - 1926.

Literatur

Darwin, Sir Francis: A memoir of Darwin's life by his brother, angeheftet an Scientific Papers, Vol. V, 1916.

Obituaries. Month. Not. Royal Astron. Soc., Vol. 73, 204-210, 1913.

Hough, S.S.: Proceedings of the Royal Society, 89A, 1914.