DelambreDelambre, Jean Baptiste Joseph, * 1749 in Amiens, +1822 in Paris. Er war sprachbegabt und fertigte Übersetzungen aus dem Lateinischen, Griechischen, Italienischen und Englischen an. Mit 30 Jahren begann er Astronomie zu studieren und gewann die Zuneigung des Pariser Astronomen J. J. le François de Lalande (1732-1807). 1786 beobachtete er den Vorübergang der Venus vor der Sonnenscheibe. Er gewann einen Akademiepreis für die Berechnung der Bahn des von Herschel entdeckten Uranus. 1792 wurde er Mitglied der Académie des Sciences. Von der Kommission für Maße und Gewichte wurde er mit Méchain zusammen beauftragt, die Länge des Meridianbogens zwischen Dünkirchen und Barcelona zu messen. Delambre schrieb 1806-1810 den Abschlußbericht.

1807 wurde Delambre Nachfolger Lalandes auf dem Lehrstuhl für Astronomie. Er gab Tabellen der trigonometrischen Funktionen in Neugrad heraus. 1815 trat er in den Ruhestand. Er schrieb dann eine siebenbändige Geschichte der Astronometrie, das größte wissenschaftsgeschichtliche Werk, das ein einzelner je geschrieben hat.

Schriften

Base du système métrique décimal, 3 Bde., Paris, 1806-1810.

Abrégé d'astronomie, Paris, 1813.

Astronomie théoretique et practique, 3 Bde., Paris, 1814.

Histoire de l'astronomie, 7 Bde., Paris, 1817-1823. Faksimile Nachdruck, New York und London, 1965-1969.

Grandeur et figure de la terre, aus dem Nachlaß hrsg. von G. Bigourdan, Paris, 1912.

Literatur

Cohen, I. B., in: Gillispie, Charles Coulston (Hrsg.), Dictionary of Scientific Biography, 14 Bde. New York, 1970-1980.

Wolf, Rudolf: Geschichte der Astronomie, S. 77-871. München, 1877.