Foerster, Wilhelm, * 1832 in Grünberg, Schlesien, † 1921 in Bornim bei Potsdam. Sein Vater Friedrich Foerster war Tuchfabrikant. Wilhelm aber ging 1850 zum Studium nach Berlin und hörte Vorlesungen in Mathematik, Astronomie und Naturwissenschaften. Er entschied sich für die Astronomie und ging deshalb 1852 nach Bonn, um den Astronomen Argelander zu hören. 1854 promovierte er zum Dr. phil. und wurde 1855 Assistent an der Berliner Sternwarte. 1857 habilitierte er sich an der Universität Berlin und wurde 1863 a.o. Professor für Astronomie. 1865 wird er zum Direktor der Sternwarte ernannt. Von 1868 -1884 ist er Direktor der Normaleichungskommission und der europäischen Gradmessung. Seit 1875 ist er auch Professor an der Universität. 1889 nimmt Foerster an der ersten Generalkonferenz der internationalen Maß- und Gewichts-Organisation in Paris teil. Mit anderen Astronomen zusammen begründet er 1891 die Vereinigung der Freunde der Astronomie und kosmischen Physik. 1891-1892 ist Foerster Rektor der Berliner Universität. Die Universität Oxford verleiht ihm 1894 den Ehrendoktor der Rechte (LLD). 1902 tritt er von der Leitung der Sternwarte zurück. Wissenschaftlich arbeitet er weiter, auch schreibt er seine "Erinnerungen".
Sammlung von Vorträgen und Abhandlungen. 3. Folge. Berlin, 1890.
Lebenserinnerungen und Lebenshoffnungen. Berlin, 1911.
Kalenderwesen und Kalenderreform. Braunschweig, 1914.
Die Freunde der Astronomie. Berlin, 1920.
Von der Erdatmosphäre zum Himmelsraum. Berlin - Leipzig, 1906.
Herrmann, Dieter B: Wilhelm Foerster und die Gründung des Astrophysikalischen Observatoriums. Mitt. Archenbold-Sternwarte, Nr. 118, 1977.
Herrmann, Dieter B.: Entdecker des Himmels, S. 132 - 134. Köln, 1979.
Tiemann, K.-H.: Die organisatorischen Verdienste des Astronomen W. J. Foerster (1832-1921) auf dem Gebiet der Geowissenschaften. In: W. Schröder (Hrsg.), Advances in Geosciences. Interdivisional Commission of History of IAGA, 1990.