Forster, J.G.A.

Forster, Johann Georg Adam, * 1754 in Nassenhuben, † 1794 in Paris. Der älteste Sohn von Johann Reinhold Forster, dem Pfarrer des kleinen Ortes Nassenhuben, lernte in des Vaters Büchern das Lesen und das Botanisieren, wenn ihn der Vater mit auf seine Streifzüge durch Wald und Flur nahm. Georg war elf Jahre alt, als er den Vater nach Petersburg begleiten durfte. Von dort aus sollte der Vater die landwirtschaftlichen Verhältnisse des unteren Wolgatales erkunden. Teils seinem Vater helfend, teils allein botanisierend, erforschten sie das Land. Im Herbst kehrten sie nach Petersburg zurück. Hier ging Georg zur Schule, während der Vater noch für die Regierung arbeitete. 1766 reiste der Vater nach England, und nahm Georg wieder mit. Die Schiffsreise dauerte 14 Tage, die Vater und Sohn nutzten, Englisch zu lernen. Georg ging bei einem Tuchhändler in die Lehre, der ihn seiner Sprachkenntnisse wegen sehr schätzte. 1768 wurde der Vater gefragt, ob er Cook auf seiner Südseereise begleiten wolle. Er sagte zu, wenn er seinen Sohn als Gehilfen mitnehmen könnte. 1772-1775, auf der Reise um die Welt sammelten beide, was ihnen fremd war und Georg zeichnete viel. Nach der Rückkehr schrieb Georg einen ausführlichen Reisebericht, den er mit seinen Zeichnungen versah. Dieser war seine erste wissenschaftliche Veröffentlichung. 1778 erhielt Georg Forster einen Lehrstuhl für Naturgeschichte in Kassel. 1784 folgte er einem Ruf nach Wilna. Er kehrte bald nach Deutschland zurück und hielt sich in Göttingen auf. Hier begegnete er Lichtenberg. Von dort holte ihn der Kurfürst von Mainz als Bibliothekar an seine Bibliothek und ernannte ihn zum Professor. 1790 machte er eine Reise mit dem jungen Alexander von Humboldt durch die Niederlande, Großbritannien und Frankreich. Die französische Revolution begeisterte ihn. 1793 ging er als Abgeordneter der Mainzer Republikaner nach Paris. Er erkrankte dort aber bald und starb in einem Pariser Hotel.


Schriften

Georg Forsters Werke. Sämtliche Schriften, Tagebücher, Briefe, herausgeben von Gerhard Steiner, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1958 - 1985.


Literatur

Kersten, Kurt: Der Weltumsegler Georg Forster (1754-1794). Bern, 1957.

Langewiesche, Wilhelm: Georg Forster. Das Abenteuer seines Lebens unter Wiedergabe vieler Briefe und Tagebucheintragungen. Leipzig, 1923.

Seidel, Ina: Das Labyrinth. Ein Lebenslauf aus dem 18. Jahrhundert. Jena, 1922.

Neutsch, Erik: Forster in Paris. Halle - Leipzig, 1981.