Von den geophysikalischen Disziplinen wandte Gerland sich besonders der Seismologie zu. 1899 vertrat er auf dem internationalen Geographentag in Berlin mit großem Nachdruck die schon 1895 auf dem Geographentag in London von E. von Rebeur-Paschwitz aufgestellte Forderung des Zusammenschlusses aller Länder zur Förderung der seismischen Wissenschaft (analog zur internationalen Erdmessung). 1900 wurde in Straßburg die kaiserliche Hauptstation für Erdbebenforschung eingerichtet. 1903 wurde die Internationale Seismologische Assoziation gegründet mit einem Zentralbüro in Straßburg, zu dessen Leiter Gerland bestimmt wurde.
Gerlands Verdienst um die Geophysik lag vorwiegend auf organisatorischem Gebiet. Seit 1887 gab er die Beiträge der Geophysik heraus, die später in "Gerlands Beiträge zur Geophysik" umbenannt wurden. Gerland war ungemein vielseitig. Er wirkte als Sprachforscher, Ethnologe, Anthropologe und vor allem als Komponist.
Schriften
Vorwort des Herausgebers, Beiträge der Geophysik, 1, S. I-LIV, 1887.
Die erste internationale Erdbebenkonferenz zu Straßburg, Petermanns Geographische Mitteilungen, 47, 115 - 119, 1901.
Literatur
Wagner, Hermann: Göttinger Professoren, Lebensbilder von eigener Hand. Universitätsbund Göttingen, Mitteilungen, 5, Heft 2, 1923.