Glenck, Karl Christian Friedrich,
* 1779 in Schwäbisch Hall, † 1845 in Gotha. Sein Vater war Baurat und Salinendirektor in Schleswig-Holstein. Er hatte später einen Stiefvater, der Professor in Heidelberg war und Geologie und Salzwerkskunde lehrte. So lag es für ihn nahe, nach der Schulzeit in Stuttgart auf der Karlsschule 1791 zum Studium der Geologie, Mineralogie und Rechtswissenschaft nach Erlangen zu gehen. 1799-1800 studierte er auf der Bergakademie in Freiberg. Er wurde dann Privatsekretär und ständiger Begleiter des Fürsten von Hohen-lohe-Ingelfingen, dem Gouverneur von Schlesien in Breslau. 1803 wurde er zum Fürstl. Hohenlohischen Justiz- und Rentamtmann ernannt. In dieser Stellung hatte er außerdem die Salinen Niederhall und Oberweißbach zu verwalten. Im gleichen Jahr heiratete er, von seinen zwölf Kindern überlebten aber nur sieben. Aber 1806 verlor er seine Stelle durch die Mediatisierung. Mit Hilfe juristischer Arbeiten besserte er seine kleine Pension auf. Nebenher trieb er geologische Forschungen. So entdeckte er 1912 Gipslager bei Marbach, die er ausbeuten konnte. 1817 wurde er mit der Leitung der Saline Weißbach beauftragt, die von einer Privatgesellschaft erworben worden war. Hier begann er mit erfolgreichen Versuchen, auf Steinsalz zu bohren. Auch in Wimpfen am Neckar hatte er mit seinen Bohrungen Erfolg und errichtete hier seine erste Saline "Ludwigshall". Damit wurde eine Epoche des Salinenwesens eingeleitet. Im Auftrag der Landesbehörden oder auch auf eigene Kosten machte er weitere Bohrversuche im Fürstentum Reuß, im Königreich Sachsen, in der Schweiz. 58 Bohrlöcher hat er niedergebracht, einige waren 300-400 Meter tief. Glenck kümmerte sich auch um die Bohreinrichtungen, erfand Verbesserungen z.B. die Glencksche Fangbirne. 1828 zog er nach Gotha. Nach erfolgreicher Bohrung gründet er in Bufleben bei Gotha die Saline Ernsthall. Er hatte auch in Sachsen Erfolge. In Weimar wurde die Saline Louisenhall, an der Goethe sehr interessiert war und ein Gedicht dazu schrieb, gegründet. In der Schweiz fand er 1837 ein riesiges Steinsalzlager und baute die Saline Schweizer Halle. Die Schweiz wurde dadurch von den Salzimporten befreit. Glenck wurde geehrt durch die Ehrenbürgerschaft von Darmstadt, er wurde zum Bergrat von Hohenlohe ernannt und wurde Oberbergrat von Sachsen-Gotha.
Literatur
Saline Schweizer Halle. 75jähriges Bestehen, 7.6.1837 - 7.6.1912, 1912.
Serlo,W.: Männer des Bergbaus. Berlin, 1937.
Verband Schweizer Rheinsalinen, 1955.