Helmert
Helmert, Friedrich Robert, * 1841 in Freiberg, † 1917 in Potsdam. Er studierte Ingenieurwissenschaften an der Technischen Hochschule Dresden, 1867 Promotion in Leipzig. 1870 erst Lehrer, dann 1872 Professor der Geodäsie an der neugegründeten Technischen Hochschule Aachen. Dort schrieb er sein Hauptwerk „Die mathematischen und physikalischen Theorien der Höheren Geodäsie" (2 Bände, Leipzig, 1884). 1886 wurde Helmert nach Berlin berufen als Direktor des Preußischen Geodätischen Instituts und des Zentralbüros der Internationalen Erdmessung sowie als Professor an der Universität. 1892 zog er mit dem Geodätischen Institut und dem Zentralbüro in das neue Gebäude auf dem Telegraphenberg in Potsdam.

Helmert regte eine Fülle von Untersuchungen seiner Mitarbeiter im Geodätischen Institut an, die er mit Rat und Tat und seinem wissenschaftlichen Weitblick begleitete. Dazu gehören: Die Bestimmung der Lotabweichungen im Harz, die Absolutmessung der Schwerebeschleunigung in Potsdam und die von O. Hecker ausgeführten Schweremessungen auf See. In glücklicher Weise verband Helmert das Interesse an instrumentellen Verbesserungen mit dem an einer zusammenfassenden mathematischen Theorie. So führte er bei den Gradmessungsarbeiten sowohl die Übertragung der Zeitzeichen durch Radiowellen ein als auch die Ausführung großer Rechenprogramme für die Potential- und Ausgleichsrechnung. Die Gestaltselastizität der Erde bestimmte er aus der Beobachtung der Erdgezeiten, der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Erdbebenwellen und aus den Polhöhenschwankungen.




Literatur

Berroth, A.: Das Lebenswerk des überragenden Meisters der Erdmessung: Friedrich Robert Helmert, Z. Geophys., 18, 87-99, 1943.