Hooke
Hooke, Robert, * 1635 in Freshwater (Isle of Wight), † 1703 in London. Immer war er kränkelnd, wahrscheinlich verkrüppelt. In späteren Jahren schrieb er über sich, er habe nie den Luxus genossen, sich während eines ganzen Tages wohl zu fühlen. Das sollte man im Auge behalten, wenn man von dem vielen Streit hört, den er führte mit dem Astronomen Hevelius, mit Huygens, Newton, Oldenburg und vielen anderen. Auch soll er sehr rechthaberisch gewesen sein.

Zunächst wurde er Assistent von Boyle, 1662 Kurator der Experimente in der Royal Society. 1665 Professor der Geometrie am Gresham College, 1677-1682 Sekretär der Royal Society. All das brachte ihm kaum das nötige Geld zum Leben. Besser wurde es erst, als er nach dem großen Brand von London (1666) Christopher Wren (1632-1723) als Architekt beim Wiederaufbau der Stadt half. Hooke arbeitete an astronomischen, physikalischen, biologischen und theologischen Problemen. Er besaß ein großes experimentelles Geschick. Für Boyle baute er nach Guerickes Vorbild eine verbesserte Luftpumpe, gleichzeitig mit Huygens erfand er eine Uhr mit Unruhe. Seine Liebe galt der Mechanik.

Er blieb unverheiratet, lange Zeit wohnte er mit einer Nichte zusammen, die vor ihm starb. Ein Bild von ihm ist nicht überliefert, obwohl mindestens zwei gemalt worden sind. Lange Zeit - wahrscheinlich infolge des Streites mit Newton - wurde Hooke mißachtet: Goethe (1810): „Ein lebhaft, unruhig tätiger Mann, von den ausgebreitetsten Kenntnissen, aber er wollte auch nichts für neu oder bedeutend gelten lassen, was irgend angebracht oder mitgeteilt wurde". Erst in unserer Zeit findet er Anerkennung: J.D. Bernal (1954): „Der größte Experimentalphysiker vor Faraday".

Seine Stelle als Kurator der Experimente zwang Hooke zur Vielseitigkeit. Umgekehrt machte ihn seine wissenschaftliche Vielseitigkeit sehr geeignet für diese Aufgabe. Vorgeführt wird das Interesse an den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Fragestellungen, besonders in der Micrographia, einer Sammlung wissenschaftlicher Zeichnungen, größtenteils Bildern unterm Mikroskop.

Hier sollen die wichtigsten Arbeitsgebiete Hookes aufgezählt werden: Seine erste Aufgabe für Boyle bestand in der Verbesserung der Luftpumpe. Daran entwickelte sich sein Interesse für Meteorologie und Flugmaschinen mit beweglichen Flügeln. Er arbeitete am Quadranten und am Chronometer. Mit letzteren hing die Entdeckung des Hookeschen Gesetzes zusammen (Spiralfeder). Dieses Gesetz gehörte auch zu seinen architektonischen Arbeiten für Wren. Die beiden Gebiete, in denen Hooke mit Newton stritt, sind Optik und Planetenbewegung/Gravitation. Bei geologischen Problemen beschäftigte er sich mit Versteinerungen und Erdbeben - vorwiegend in den posthumen Schriften. Man sollte Hookes Werk nicht gering achten, sollte ihn aber wegen seiner Vielseitigkeit auch nicht überschätzen. Er hat vieles begonnen, aber nicht zur Vollendung gebracht. Newton war ihm da weit über.




Schriften

Micrographia, 1665.

Lectiones Cutlerianae, 1669.

Posthumos Works, 1705.

Collected Works, Facsilmile, hrsg. von B. Fabian, Hildesheim - New York, 1970.




Literatur

Andrade, E. N. da C.: Robert Hooke, Proc. Roy. Soc., 201 A, 439-473, 1950.

Andrade, E.N. da C.: Robert Hooke, Sci. Amer., S. 94-98, Dec.,1954.

Centore, F.F.: Robert Hooke's contributions to mechanics. Den Haag, 1970.

'Espinasse, Margaret: Robert Hooke. London, 1956.

Laemmel, Rudolf: Isaac Newton, S. 68-71, 119-146. Zürich, 1957.

Nauenberg, Michael: Hooke, orbital motion, and Newton's Principia, American J. Phys., 62, 331-350, 1994.

Oldroyd, D.R.: Robert Hooke's Methodology of science as exemplified in his "discourse of earthquakes", British J. History Science, 6, 109-130, 1972.