Oldhams erste Arbeit war die Vollendung der von seinem Vater begonnenen Bearbeitung eines starken Erdbebens in Silchar (Assam) 1869. Dann wandte er sich dem großen Assam-Beben vom 12. Juni 1897 zu. Nach einer sorgsamen Beschreibung der Beobachtungsdetails untersuchte er die Ursache des Bebens, identifizierte die P-, S- und Oberflächenwellen und zeigte damit, daß man die Erde als einen vollkommen elastischen Körper ansehen kann. Aus den Laufzeitunterschieden schloß er auf einen Erdkern von 0,55 RE Radius, dessen P-Wellengeschwindigkeit erheblich kleiner war als die des unteren Mantels. Oldhams Beobachtung und Schlüsse waren nicht immer richtig, doch wirkten sie bahnbrechend. Wiechert, der den Kern vor ihm postuliert hatte, und auf dessen Arbeiten Gutenberg später aufbaute, erwähnte er nicht.
Schriften
Report on the great earthquake of 12th June 1897, Mem. Geol. Survey India, Vol. 29, 1-379, 1899.
Supplementary report, Vol. 30, 1-102, 1900.
On the Propagation of Earthquake Motion to Great Distances, Phioloph. Trans. Roy. Soc., 194, 135-174, 1900.
The Constitution of the Earth, Quart. J. Geological Soc., 62, 456-475, 1906.
The Cutch (Kacch) earthquake of 16. June 1819 with a revision of the great earthquake of 12. June 1897, Mem. Geol. Survey India, 46, 71-147, 1928.
Literatur
Bullen, K. E., in: Gillispie, Charles Coulston (Hrsg.), Dictionary of Scientific Biography, 14 Bde. New York, 1970-1980.
Davison, C.: Founders of Seismology IV, Geol Mag., 74, 529-535, 1937.
Nachruf, Nature, 138, 316-317, 1936.