Arthur Schuster
Schuster, Arthur, Sir, * 1851 in Frankfurt/Main, † 1935 in Yeldall, Berkshire, England. Schuster entstammte einer reichen jüdischen Familie, die 1869 nach Manchester auswanderte. In Genf studierte Arthur Schuster zwei Jahre Französisch und kam erst 1870 nach Manchester. Hier trat er in die Firma seines Vaters ein. Nebenher besuchte er aber die Abendschule des Owens College. Innerhalb eines Jahres überredete er seinen Vater, ihn studieren zu lassen. Ein Jahr hörte er Physik bei Balfour Stewart. Dann ging Schuster nach Heidelberg zu Kirchhoff und promovierte hier 1873. Er kehrte nach Manchester zurück und war ein Jahr Assistent bei Balfour Stewart. Anschließend studierte er in Göttingen bei Wilhelm Weber und ging dann zu Helmholtz nach Berlin. Zwei Jahre arbeitete er in Cambridge im Cavendish Laboratory unter Maxwell, später bei Rayleigh. 1881 wurde er Professor für angewandte Physik in Manchester und 1888 Nachfolger von Balfour Stewart als Professor für Physik. Zu seinen Schülern zählten Rutherford und Bragg. Er erarbeitete 1889 die Anwendung der Kugelfunktionsanalyse auf tägliche Variationen des Erdmagnetismus, 1907: Dynamo-Theorie, 1914-1922: Schuster-Smith (Spulen-)Magnetometer. In seinen späteren Jahren spielte er eine hervorragende Rolle bei internationalen wissenschaftlichen Organisationen. 1907 wurde er auch Präsident der Permanent-Kommission-für-Seismologie.


Schriften

Introduction to the Theory of Optics. London, 1904.

The Progress of Physics During 33 Years (1875-1908). Cambridge, 1911; deutsch: Ergebnisse der Physik während 33 Jahren. Leipzig, 1913.




Literatur

Grother, J. G.: Scientific Typs, S. 333 - 358. London, 1968.

Hale, G. E.: Sir Arthur Schuster, Astrophysical Journal, 81, 92-106, 1935.

Simpson, G. C.: Sir Arthur Schuster. 1851-1934, in: Obituary Notices of Fellows of the Royal Society of London, 1, 1932-1935.