Johann K. F. Zöllner
Zöllner, Johann Karl Friedrich, * 1834 in Berlin, † 1882 in Leipzig. Zöllner war das älteste von 11 Kindern. Sein Vater, Carl Friedrich, war Kattunfabrikant, der sich mit Fleiß und viel Geschick hochgearbeitet hatte. Seine Mutter war eine heitere, lebhafte und anregende Frau. Sie verstand es, einen fröhlichen und interessanten Freundeskreis sonntags um die Familie zu versammeln. Diese Nachmittage wurden für die Bildung der Kinder sehr wichtig. Sie machten allerlei Vorführungen zur Unterhaltung der Gäste. Johann Karl Friedrich fand für seine physikalischen Experimente sehr aufmerksame Zuschauer. Zöllner selbst berichtet, daß er seinen ersten Unterricht von der Mutter bekam. Weil das Gymnasium weit entfernt war, besuchte er erst die Stadtschule und kam mit 13 Jahren auf das köllnische Realgymnasium, in dem die Naturwissenschaften bevorzugt wurden. Nach längerer Erkrankung starb der Vater 1853. Mit dem Primazeugnis verließ Zöllner die Schule, um sich auf die Übernahme des väterlichen Betriebes vorzubereiten. Dabei stellte er fest, daß die Geschäftsführung ihn nicht befriedigen würde. Der Vater hatte ihm zu seinen Lebzeiten erlaubt, Naturwissenschaften zu studieren. Darum ging er zurück in die Schule, machte 1855 das Abitur und ließ sich an der Berliner Universität immatrikulieren. Er hörte sich Vorlesungen aus vielen Gebieten an. 1859 promovierte er in Basel. Er ging seiner Neigung an photometrischen Problemen nach, konstruierte ein Astrophotometer und schrieb darüber seine erste Veröffentlichung über Photometrie des Himmels in Poggendorffs Annalen 1857. Er wurde 1866 Professor für physikalische Astronomie in Leipzig. 1870 veröffentlichte er seine Arbeit über "Die Natur der Kometen". Eine Abhandlung über den Erdmagnetismus erschien 1871. Dann unternahm er 1875 eine Studienreise nach England. Wichtig für ihn wurde dabei die Begegnung mit dem Chemiker und Physiker Sir William Crookes (1832-1919), dessen Lichtmühle ihn besonders interessierte und über die er, zurück in Leipzig, weiter nachdachte und experimentierte. In seinen letzten Lebensjahren schrieb er seine "Wissenschaftlichen Abhandlungen".


Schriften

Über Photometrie, Poggendorffs Annalen, 1857.

Grundzüge einer allgemeinen Photometrie des Himmels. Leipzig, 1861.

Photometrische Untersuchungen. Leipzig, 1865.

Die Natur der Kometen. Leipzig, 1870.

Theorie des 4-dimensionalen Raumes. Leipzig, 1867.

Wissenschaftliche Abhandlungen. Leipzig, 1881.




Literatur

Foerster, Wilhelm: Lebenserinnerungen und Lebenshoffnungen, S. 95ff. Berlin, 1911.

Koerber, F.: Karl Friedrich Zöllner. 1899.

Waldrich, Hans-Peter: Grenzgänger der Wissenschaft, S. 38 - 63. München, 1993.

Wirth, M.: Friedrich Zöllner. 1882.